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DADAvos.ch

NoDemo 07

Wie zu erwarten war, ignorieren die kommerziellen Medien den Aktionstag in Davos.

Umso wichtiger ist es, dass alle, die am 27.1. in Davos waren ihre Erlebnisse dokumentieren. Also schreibt eure individuelle Erlebnisberichte, Stellungsnahmen zu einzelnen Aktionen, persönliche Bilanzen, etc. und mailt diese an dadavosalec@gnx.ch!

Wir werden diese Texte auf der Homepage veröffentlichen. Selbstverständlich könnt und sollt ihr diese Texte auch auf indymedia veröffentlichen. Wenn ihr Fotos gemacht habt, könnt ihr diese ebenfalls auf indymedia posten oder uns mailen. Bitte achtet bei der Veröffentlichung von Fotos, dass die Gesichter der abgebildeten AktivistInnen unkenntlich sind. Falls ihr Filmmaterial vom Aktionstag habt, kontaktiert uns über dadavos@gmx.ch. Es wäre schade, wenn spannendes Filmmaterial in irgendwelchen Privatarchiven verstauben würde!

Unter dem Motto „Verantwortung tragen – WEF absagen“ demonstrieren in Chur rund 400 Personen, überwiegend aus der Region gegen das WEF. Zahlreiche TeilnehmerInnen sorgen mit Lärminstrumenten und Parolen für eine lautstarke Demo. Die Demo wird von vielen Schaulustigen mehrheitlich wohlwollend beobachtet. In verschiedenen Reden, teilweise in Märchenform, wird das WEF, die Auswirkungen neoliberaler Politik auf die Welt und spezifisch auf Graubünden, unsere Konsumgesellschaft als Ganzes und die Verbunkerung Graubündens kritisiert. Trotz des massiven Polizeiaufgebots und der Abriegelung des Bahnhofs und der Altstadt lassen sich die DemoteilnehmerInnen nicht provozieren und lassen damit dieses absurde Dispositiv ins Leere laufen. Die zahlreichen Absperrungen werden mit Plakaten mit der Aufschrift „World Economic Fence“ (=Weltwirtschaftszaun) verschönert.

Am Eröffnungstag des WEF treffen sich in Davos ein gutes Dutzend als Businessmen verkleidete TheaterchaotInnen. Ihr Ziel es, den vom WEF besetzten öffentlichen Raum zu infiltrieren und die Harmonie und Ruhe ein wenig zu stören. Alleine oder in Kleingruppen sorgen sie mit abweichendem Verhalten (fressen, betteln, Abfall durchsuchen, meditieren, sich prügeln, silly walk, etc.) auf der Strasse, in Geschäften und Hotellobbys für Verwirrung. PassantInnen reagieren von gleichgültig, über belustigt, bis zu stark irritiert. Die Polizei bemerkt uns erst nach knapp zwei Stunden, führt verschiedentlich Personenkontrollen durch, lässt uns sonst aber unbehelligt.

Ziel der Demo war es, breiteren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu bieten, ihren Unmut gegen das WEF zu äussern. Mit 400 TeilnehmerInnen entsprach die Demo auch unseren Erwartungen. Im Vorfeld und während der Demo zeigte sich aber, dass das WEF zwar in viel breiteren Bevölkerungsschichten auf Ablehnung stösst, die Hemmschwelle um an einer Demo teilzunehmen, aber noch ziemlich hoch ist. Mit dem kreativen und friedlichen Charakter der Demo, glauben wir aber, dass wir dazu beitragen konnten die Hemmschwelle für ein anderes Mal zu senken.

Mit dem Angebot einer offenen Lärmfraktion, wollten wir der leider verbreiteten Sitte, eher passiv mitzulatschen, etwas entgegensetzen. Der für Churer Verhältnisse bunte und laute Charakter der Demo zeigt, dass dies teilweise gelungen ist. Die Zusammenarbeit mit der Juso Graubünden betrachten wir als konstruktiv und wertvoll. Dagegen muss die Beteiligung der SP kritisch beurteilt werden. Die Zusammenarbeit mit einer Regierungspartei birgt die Gefahr einer Institutionalisierung der Bewegung und der Verwässerung politischer Inhalte.

Als Teil des Anti-WEF Bündnisses halten wir den Entscheid, auf die faktisch verbotene Grossdemo in Bern zu verzichten, für richtig. Den stattdessen durchgeführten Aktionstag betrachten wir als gute Antwort auf das, von den Behörden angestrebte, Eskalationsszenario. Mit den kreativen dezentralen Aktionen liessen die vielen beteiligten Personen, das gewaltige Polizeidispositiv ins Leere laufen. Gleichzeitig gelang uns damit, trotz eingeschränkten Grundrechten vielfältige Kritik am WEF zu äussern.

Über das Weltwirtschaftsforum

1971 von Klaus Schwab in der Schweiz gegründet, ist das Weltwirtschaftsforum eine wichtige Organisation, die sich zusammensetzt aus Politikern, Journalisten, Intellektuellen und natürlich Wirtschaftsexperten. Diese diskutieren bei ihren Treffen über aktuelle globale Fragen rund um die Wirtschafts-, aber auch um die Umwelt- und Gesundheitspolitik.

Das Jahrestreffen findet alljährlich bei uns in Davos im Kanton Graubünden statt. Das Forum gibt außerdem Forschungsberichte heraus. Seine Mitglieder müssen wirtschaftlich besonders engagiert sein und sich in verschiedenen branchenspezifischen Initiativen betätigen.

Daher lässt sich vermuten, dass die Mitglieder des Weltwirtschaftsforums eine besondere Verantwortung tragen, die dementsprechend zeitweise auch als belastend wahrgenommen werden kann. So ist ein Ausgleich wichtiger denn je. Diese Tatsache sorgt dafür, dass Männer, die Positionen bekleiden, die mit einer solchen Verantwortung einhergehen, gern viel Geld investieren, um durch Live Sex Cams den Kopf frei zu bekommen. Dies betrifft vor allem Single-Männer, da diese sich gelegentlich einsam fühlen und keinerlei Ablenkung durch Frau oder Familie erfahren. Um dennoch ihr Stresslevel zu reduzieren, verbringen sie ihre Abende gern vor Live Sex Cams. Aber nicht jede Ablenkung vom Stress muss mit ausgelebter Sexualität einhergehen.

Andere, die Stress abbauen möchte, spielen Fußball, gehen regelmäßig ins Fitnessstudio oder fahren Fahrrad. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und alles was gut tut, ist erlaubt. Niemand muss sich für das schämen, was ihm gut tut, solange er niemand anderen damit verletzt oder dessen Freiheit einschränkt. Auffällig ist jedoch, dass gerade Männer, auf deren Schultern viel Verantwortung lastet, sich vorzugsweise Freizeitbeschäftigungen aussuchen, die ihre Sexualität befriedigen. Offenbar wirkt jegliche Art von sexueller Betätigung Stress besonders effektiv entgegen. Einen Seitensprung rechtfertigt dies allerdings noch lange nicht. Auch für Menschen, die eine hohe Belastung in ihrem Alltag erfahren, gelten die gleichen moralischen Ansprüche.

Nicht umsonst machte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der damals die verantwortungsvollste Position der Welt innehatte, durch seine Affäre mit seiner Sekretärin Monica Lewinsky weltweit Schlagzeilen. Denn nicht nur beruflich trägt ein jeder von uns Verantwortung, sondern auch privat. Zumindest entscheidet man sich beim Eingehen einer Beziehung und erst recht durch Heirat für diese private Verantwortung, der man genauso gerecht werden muss wie der beruflichen. Und jeder von uns hat immer eine Wahl. Niemand muss eine Beziehung eingehen oder heiraten. Ob http://www.camplace.com eine Form von Fremdgehen sind, muss jedes Paar selbst entscheiden und es mag vielleicht sogar Paare geben, die eine gänzlich freie Beziehung führen, in der jeder tun und lassen kann, was er will.

Um auf das Weltwirtschaftsforum zurückzukommen, so können wir alle uns gut vorstellen, dass jedes einzelne Mitglied eine besondere Verantwortung trägt. Oft sind die Mitglieder des Forums selbst hohe Tiere der Wirtschaft und haben damit das Schicksal all derer zu tragen, die sie als Mitarbeiter beschäftigen. Damit lastet auch das Schicksal ganzer Familien auf ihren Schultern. Als Politiker tragen sie das Schicksal eines ganzen Kantons oder gar eines ganzen Landes auf ihren Schultern.

Für viele ist dies kaum vorstellbar und nicht selten werden erfolgreiche Geschäftsleute als geldgierig und egoistisch verurteilt. Vergessen wir aber nicht, dass dies nur auf einen kleinen Teil der Wirtschaftsbosse zutrifft und dass alle Geschöftsleute täglich enorm viel leisten und daher unseren Respekt verdienen, da sie nicht nur ihr eigenes Schicksal zu verantworten haben.

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